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In den Blickpunkt deutscher Geschichte geriet Weißensee 1180, als Heinrich der Löwe in der Schlacht bei Weißensee den thüringischen Landgrafen Ludwig III. und seine Ritter besiegte. Was war geschehen? Kaiser Friedrich I. Barbarossa wollte die Macht Heinrichs des Löwen brechen, der ihm seine Hilfe im Italienfeldzug verweigert hatte. 1180 besiegt der Welfe Heinrich der Löwe, das Heer des Thüringer Landgrafen, die treu zu Kaiser Barbarossa standen, in offener Feldschlacht. 600 Ritter geraten in Gefangenschaft. Die Auseinandersetzungen zwischen Staufen und Welfen gipfelte 1197 in den Beginn des staufisch welfischer Thronstreit, der 18 Jahre dauerte. In dieser Zeit wechseln die Thüringer Landgrafen 7 Mal die Seiten.
Der Welfe Otto IV. bestieg 1208 den deutschen Königsthron. 1209 wurde er Kaiser, aber der Thüringer Landgraf Hermann I. hielt dem Kaiser nicht die Treue. Die Konsequenz erlebte Weißensee 1212, als das Heer des Kaisers, in mehrere Heeressäulen geteilt, in Thüringen einfiel. Vor Weißensee sollten sich diese Heeresmassen, es werden allein 2500 Ritter genannt, vereinigen. Erstmalig setzte Kaiser Otto IV. eine Steinschleuderwurfmaschine ein, die man Tribock oder Blide nannte. Mit diesem Kriegsgerät konnte man Steingeschosse im Durchschnitt 400 m weit werfen. Bei Ausgrabungen auf der Burg wurden Geschosse dieser Art gefunden. In einem Brief spricht Kaiser Otto IV. seine Hoffnung aus, Burg und Stadt Weißensee in Kürze einnehmen zu können. Dazu kam es allerdings nicht. Die Bedeutung dieser verlustreichen und schweren Belagerung wird durch einen Brief von Papst Innocenz III. deutlich. Darin gedenkt er den vielen Menschen, die 1212 beim Kampf um Weißensee ums Leben gekommen waren. Otto musste am Ende die Belagerung ergebnislos aufgeben.

