Der so genannte Präreformistische Kompositaltar wird zusammengesetzt. Zentrale Elemente sind im Zentrum der Schnitzaltar, der zwischen 1420 und 1440 datiert ist, die Kreuzigungsgruppe aus der Zeit um 1480 und die Petrella ist eine Anfertigung von 1624, sie zeigt Jesus beim Passahmahl.

Besonders bemerkenswert ist der Schnitzaltar mit seinen vergoldeten Figuren. In der oberen Reihe ist die Krönung Jesus Christus durch Gottvater dargestellt. Tatsächlich handelt es sich aber hier vor der Reformation um die Krönung der Mutter Maria durch Jesus Christus. Hier wurde, um den Altar reformationstreu zu gestalten, Maria ein Bart angemalt und Jesus bekommt einen Bart aus Holz angesetzt, wird Gottvater. Auch der Seitenaltar zeigte vor der Reformation Szenen aus Marias Leben und ist nun mit jetzt neutestamentarischen Szenen aus dem Leben Jesus übermalt.

Auch der Kanzelbereich ist interessant, denn hier zeigt sich die Situation, wie sie in den protestantischen Kirchen um 1630 üblich war. Nämlich mit lebensgroßem Lutherbild, in Erinnerung an den 100 Jahre währenden Augsburger Religionsfrieden. Auch das Taufbecken wurde um 1620 erworben, ebenso wie das Weibsgestühl. Frauen durften während der Gottesdienste sitzen und deshalb sieht man wohl auch ausschließlich Bildnisse von Frauenfiguren aus der Bibel auf der Frontseite der alten Bestuhlung.

Die besonders aufwändig gestaltete Loge ist der Amtsstuhl oder Ratsstuhl. Er war den höfischen Würdenträgern oder deren Vertretern vorbehalten und ist 1673 errichtet worden.

Da bei den Kirchenbesuchen, die nun nur noch einmal pro Tag stattfanden, die ganze Gemeinde Platz finden musste, wurde bis 1788 die restlichen Logen auf den Emporen eingebaut.

Die Orgel in der Kirche spielt leider nicht mehr. Der barocke Orgelprospekt jedoch ist noch Original aus dem Jahr 1737. Die damals neu eingebaute Orgel wurde übrigens 1737 und 1738 von keinem geringen als Johann Sebastian Bach gespielt. Er hatte nach seiner Ernennung zum Hofkompositeure das neue Instrument visitiert und auch die Höhe seiner Rechnungen in den Archiven der Stadt belegen den Kultstatus eines Superstars seiner Zeit.