Man schreibt das Jahr 1303, als ein junger Mann im Chorraum beigesetzt wird. Es handelt sich um Conrad, Sohn des Burgmannes Berld von Sumerde. Der 16jährige galt als sehr gottesfürchtig und wurde mit März 1303 in einer Weinberghütte am eigenen Gürtel aufgehängt tot aufgefunden. Es soll keine Verwesungszeichen gezeigt haben und man berichtet von heiligen Zeichen und Wundern. Das Entsetzen über diese Tat war groß und Schuldige – wie so oft im Mittelalter – schnell gefunden. In der Region begann eine Judenverfolgung, bei der etwa 125 Personen auf Schloss Weißensee ermordet wurden. Es erfolgt ab 1304 der Umbau von St. Peter und Paul zu einer Wallfahrtskirche. Ein Armreliquiar, unter dem die Gebeine des „Guten Conrad ruhen, steht im Zentrum der Kirche. Er wird ca. 200 Jahre lang als Heiliger verehrt, seine Heiligsprechung angestrebt, aber nie vollzogen, ehe er wieder in Vergessenheit geriet.

Bei Sanierungsarbeiten in der Kirche wurden die Gebeine des „Guten Conrad“ tatsächlich wieder entdeckt. Er ist unter der schlichten Grabplatte wieder beigesetzt worden. Sein Armreliquiar, welches im Hochmittelalter auf einem Altar über seinem Grab präsentiert wurde, ist im Verlauf der Reformation eingeschmolzen worden. Zahlreiche Pilgerpfennige, die bei der Kirchensanierung gefunden wurden, belegen, dass Weißensee lange Zeit ein gut besuchter Wallfahrtsort war.

Warum Conrad nie heiliggesprochen wurde, ist nicht sicher geklärt. Kirchenhistoriker vermuten den Grund darin, dass die Umstände, die zu seinem Tod geführt haben, nie zweifelsfrei aufgeklärt werden konnten.