Tag des Tapferen am 9. Januar 2016

Uwe Schlegel schlug sich wacker am Fass mit Weltraumbockbier:
Als Stammzellenspender Blutkrebspatienten das Leben gerettet

Uwe Schlegel  heißt der Tapfere 2016, der am Samstag, dem 9. Januar um 14.46 Uhr mit vier knappen Schlägen - nach dem Dritten steckte der Zapfhahn eigentlich schon fest – das erste Fass mit dem ersten Weißenseer Weltraumbockbier anstach. Die Urkunde, die dann Bürgermeister Matthias Schrot überreichte, macht deutlich, wie tapfer sich der 56-jährige aus Ottenhausen um die Rettung eines an Blutkrebs erkrankten Menschen bemüht hat.

Als Spender für Stammzellen hatte sich Uwe Schlegel 2011 im Rahmen einer Aktion für den damals erkrankten Veit Neblung - der ebenfalls aus Ottenhausen stammt und inzwischen wieder auf den Märkten und Bühnen des Kreises gute Laune verbreitet – registrieren lassen. Im Februar 2014 erreichte ihn dann der Anruf, dass er als möglicher Spender in Frage komme. „Für mich war klar, dass ich zu meiner damaligen Zusage stehe“, erklärte Uwe der Tapfere vor den Besuchern am „Tag des Tapferen“ in der Ratsbrauerei. Und dann nahm das Schicksal für ihn und seinen inzwischen genetischen Zwilling seinen Lauf. Untersuchungen, Absprachen und am 16. Juni 2014 die Spende von Stammzellen. Den Empfänger kennt Uwe Schlegel noch nicht persönlich, aber er weiß, dass die Spende vom fremden Körper angenommen wurde. Inzwischen ist sein „Zwilling“ wieder im Privatleben angekommen.

Annika Schirmacher, Mitarbeiterin der Deutschen Knochenmarkspendendatei  (DKMS), machte aus ihrem Stolz über das Engagement  von Uwe Schlegel keinen Hehl. Sie informierte die Besucher über wesentliche Fakten. Danach erhält alle 16 Minuten ein Patient in Deutschland die Diagnose BLUTKREBS. Für viele ist eine Stammzellenspende die letzte Chance, aber nur jeder Fünfte hat das Glück, einen geeigneten Spender zu finden. Die Datenbank umfasst zwar bereits 6 Millionen Spender, aber das sind immer noch zu wenig. Die Registrierung ist denkbar einfach. Im Internet unter www.dkms.de ist sogar eine Online-Registrierung möglich, bei der lediglich noch eine Speichelprobe eingeschickt werden muss. Spenden kann jeder im Alter zwischen 17 und 55 Jahren.

Uwe Schlegel wurde bei einem herzhaften Schluck Weltraumbockbier mit viel Beifall im  Kreis der Tapferen der Stadt aufgenommen. Jährlich begeht die Stadt Weißensee den Tag des Tapferen, in Erinnerung an Herzog Wilhelm III., dem Tapferen, welcher am 9. Januar 1446 den ersten bekannten Landtag in Weißensee einberufen hatte und somit die erste Thüringer Landesverfassung auf den Weg brachte. Das war am Samstag auf den Tag genau 570 Jahre her.

Spenderehrung von Herrn Uwe Schlegel durch die DKMS-Vertreterin Frau Annika Schirmacher
(v.l.n.r.) Bürgermeister Matthias Schrot; Landrat Harald Henning; Frank Zweimann; Uwe Schlegel; Manfred Grund (MdB); Falko Albrecht